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Dumm wie Brot

Dumm wie Brot

Stellen wir uns einmal vor, in einer weit entfernten Galaxis, in einem Parallel-Universum. Alles sieht genauso aus wie bei uns. Da kommt dann ein brauner Gnom namens Bernd das Brot (oder so ähnlich), um alle, die gegen das totale Brot sind, auf die Palme zu bringen. Denn davon hat der Brandstifter, der sich hier als biedere Backware tarnt, dreierlei. Zum einen kann er sich als das große unverstandene Opfer stilisieren, gegen das ein buntes Völkchen mobil macht – so bunt, dass es seinen Braunbrot-Befürwortern schon wieder Angst macht.

Und so erreicht Bernd den zweiten und dritten Effekt: Der Kreis seiner brotigen Fans schließt sich enger um ihn. Und: Durch einen hysterischen „Keuch, laber, informier...“-Journalismus (abgewandeltes Zitat aus einem Clever & Smart-Comic der 80er Jahre) erlangt er große Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung. Wer so bedeutend ist, dass er derart viel Berichterstattung, Gegen-Demos und sonst noch etwas erzeugen kann, der muss doch wichtig sein, sickert es in die Köpfe der Brot-Verweigerer und -Befürworter. Diese Aura von gefühlter höherer Bedeutung verschafft Bernd bei letzteren noch mehr Fans.

In unserem Parallel-Universum läuft nun aber alles ein wenig anders als von Bernd geplant. Das Brot müht sich dort schon seit Jahren um öffentliche Aufmerksamkeit. Weil ihn aber immer alle ignorieren, hat er sich sogar schon aus Protest nackt ans Brandenburger Tor gekettet. Da konnte dann jeder sehen, dass unter der harten braunen Kruste ein blasser, geschmackloser Weichling steckt. Ein paar der Arbeiter dort haben sogar Bernds Parteiprogramm gelesen, das allerhand Maßnahmen vorsieht, um die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen. Seitdem hat Bernd in diesem Parallel-Universum überhaupt keine Fans mehr. 

Und weil uns vom Ostbayern-Kurier das in der fernen Galaxis so gut gefallen hat, haben wir uns entschlossen, es hier bei uns genauso zu machen. Politische Berichterstattung: ja gerne. Aber nur mit Akteuren, die etwas halbwegs Sinnvolles dazu beitragen können. Das trauen wir Broten und Lehrern, die selbst im Geschichtsunterricht gepennt haben, einfach nicht zu.

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