Sonntag, 21.01.2018 - 11:04

VIDEO: Licht für Ostbayern - Solarlaternen von ATB

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Ostbayern. Wer in Ostbayern gerne zu Fuß unterwegs ist, als Jogger, beim Gassigehen oder wer gerne das Fahrrad benutzt, der kennt diese dunklen Stellen ganz genau: Bushaltestellen, Kreuzungen, Rad-und Fußwege. Hier ist es den Kommunen oft nicht möglich, für ausreichende Beleuchtung zu sorgen; zu teuer wären herkömmliche Laternen, die einen Anschluss an das Stromnetz benötigen.

Allein das Aufreißen des Erdreichs verursacht hohe Kosten, etwa 4.000 Euro pro hundert Meter müssen je nach Örtlichkeit veranschlagt werden. Nun bringt die Firma Automatentechnik Baumann (ATB) aus Luhe-Wildenau eine Alternative auf den Markt, die sowohl im Preis als auch in der Anwendbarkeit neue Maßstäbe setzen könnte. Die genaue Bezeichnung lautet 1460/U20. Dahinter verbirgt sich eine moderne Solar-Straßenlaterne, die der Ostbayern-Kurier genauer unter die Lupe genommen hat.

Dr. Wolfgang Baumann und sein Team von der Firma ATB in Luhe-Wildenau tüftelten die innovative Solar-Straßenlaterne aus.

„Solarlaternen können Sie heute überall kaufen, aus China und anderen Billigländern“, sagt der Inhaber von ATB, Dr. Wolfgang Baumann. „Das Problem dabei ist nur, dass Sie keine Module finden, die auch zwei Wochen lang ohne Sonneneinstrahlung funktionieren.“ Um diese Herausforderung zu lösen, hat ATB auf ihre langjährige Erfahrung mit Solartechnik zurückgegriffen. Dr. Baumann und sein Team nehmen in vielen Ländern der Erde, darunter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Posten des Marktführers im Bereich der Parkraumbewirtschaftung ein. Kaum jemand hat noch kein Produkt von ATB benutzt, sei es an den Entwertungsterminals im öffentlichen Personennahverkehr, bei Parkscheinautomaten oder bei Automaten der Post.

An all diesen Maschinen hat ATB voll auf Solartechnik gesetzt und sich so das nötige Know-How erworben, um eine in unseren Breitengraden auch in den dunklen Monaten verlässlich funktionierende Solarlaterne präsentieren zu können. Eigens entwickelte Komponenten wie Solarregler und spezielle Linsen kommen zum Einsatz. „Sie brauchen nichts weiter als ein Betonfundament. Die Laterne wiegt etwa 70 Kilo, das heißt, Sie können sie zu zweit aufstellen. Auch die Wartung erfordert keinen Steiger und keine Leiter, sie erfolgt bequem vom Boden aus“, so Baumann. Die ersten bereits installierten Exemplare beispielsweise in Teublitz, Buchenhain oder Luhe-Wildenau zeigten hervorragende Ergebnisse, berichtet der Firmeninhaber.

Der Abensberger Bürgermeister Dr. Uwe Brandl sieht in den Solarlaternen einen konsequenten Schritt in die Zukunft.

Diese ziehen nun Kreise. So interessiert sich unter anderem eine Stadt für die neue Solarlaterne, die seit Jahren schon auf erneuerbare Energien setzt. Im niederbayerischen Abensberg soll die 1460/U20 demnächst ebenfalls zum Einsatz kommen. Der Abensberger Bürgermeister Dr. Uwe Brandl sieht darin einen konsequenten Schritt in die Zukunft. „Wir decken rund ein Viertel der Energie schon erneuerbar ab, dazu kommen die privaten Anlagen die wir nachhaltig unterstützen. Nach der Gebäudesanierung kümmern wir uns nun um die Straßenbeleuchtung.“

Auch die Radler vom Bike-Team des SV Sandharlanden freuen sich seit kurzem über gut beleuchtete Wege und Radstrecken. Mittendrin: Ostbayern HD-Reporter Fabian Borkner. Man sieht: Straßenlaternen können auch die Stimmung aufhellen.

Dabei ist neben den geringen Kosten gerade die unkomplizierte Installation der Laterne ein ausschlaggebender Punkt. „Wir wollen nachweisen, dass nachhaltige Energie nicht immer was mit ‚Teuer‘ zu tun hat, sondern dass man sehr wirtschaftliche Lösungen finden kann, die im Vergleich zu den bisherigen Produkten wesentlich besser sind“, sagte Brandl. Damit stellt sich ein wichtiger Vertreter der Kommunen in Bayern und Deutschland auf die Seite der Solarenergie: Dr. Uwe Brandl ist Präsident des Bayerischen Gemeindetages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. „Das ist jetzt der Praxis-Test. Wenn das funktioniert, ist es durchaus denkbar, dass wir da im großen Umfang einsteigen“, so Brandl. Unseren Film über die ersten Tests in Sandharlanden bei Abensberg finden Sie hier:

 

Von den technischen Details her kann die Solarlaterne auf Punkt-, Flächen oder Streckenbeleuchtung konfiguriert werden. Ein Blei-Gel-Akku sorgt für verlässliche Speicherung der Sonnenenergie. Die Laternen verfügen über einen Bewegungssensor und spenden sparsam Licht bei Einbruch der Dunkelheit. Sobald jemand die Laterne passiert, schaltet sie auf Vollbetrieb. Die genauen Spezifikationen finden Sie auf der Homepage von Automatentechnik Baumann unter www.atb-online.eu.

Letzte Änderung am Sonntag, 21.01.2018 - 11:22

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