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Die Laienspielschar Windischeschenbach begeisterte bei der Premiere „Die Überführung“

Bahnhofs-Kneipe Bahnhofskneipe; Bilder von Peter Gattaut

Neuhaus/Windischeschenbach. Die zahlreichen Besucher schwärmten nach der Premierenveranstaltung der Laienspielschar Windischeschenbach bei Bilderbuchwetter, im Freilichttheater auf der Burg Neuhaus, um die Wette. Witzig, originell und schauspielerisch perfekt umgesetzt, von nicht weniger als 35 Darstellern, kam das von Hannes Rupprecht überarbeitete Lohmeyer-Stück „Die Überführung" bei den Zuschauern glänzend an.

„Das Leben ist wie ein Wirtshaus" oder „Die feuchte Ballade einer Freundschaft", viele andere Titel hätten dieses Nachkriegsdrama genauso gut beschrieben, wie es sich eben zu jener Zeit in einem Oberpfälzer Dorf abgespielt haben soll. Der "Schexbräu" Sebastian Fäustl(Karl Heinz Budnik), ein ländlicher Brauereibesitzer und der Bauer „Martl"(Hannes Rupprecht) sind von Kind an beste Freunde und gingen in Avocourt bei Verdun gemeinsam durch die Kriegshölle. In dieser Schlacht leisten sie ein Gelübde: Einmal jährlich wollen sie nach Altötting wallfahren und im Leben nie mehr arbeiten, wenn sie dieser Hölle lebendig entkommen. Zwar kehren sie nach Hause zurück, der eine ohne Arm, der andere mit nur einem Auge und einem Kopfschuss – aber sie finden nicht mehr in ihre alte Welt zurück.


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Sie sind überall als Säufer und Sünder verschrien, weil sie täglich mit ihren Kutschbock(Man merkte Bürgermeister Karl Heinz Budnik wirklich die Freude an, dieses altertümliche Teil in Wallung zu bringen.) sämtliche Wirtschaften und Schnapsschenken der Umgebung aufsuchen und dort auch noch bei passender Gelegenheit, natürlich auch bei den Wallfahrten nach Altötting,(beide sind verheiratet) unkeusch werden. Ein Lied begleitet ihre Fahrt immer „Im Wald von Avocourt, da freckt a jede Hur, da hebts´n Teifelgwiss bis nach Paris".

Sebastian Fäustl(Schexbräu) wird immer geplagt von Erinnerungen an Avacourt und erlebt das Schießfeuer immer wieder in regelmäßigen Abständen neu mit Teufel und Teufelssoldaten an seiner Seite. Den Spruch vom Pfarrer „Euch beide wird einmal der Teufel holen" ignoriert er mit Alkohol, Weib und Gesang. 

Das Magenleiden von Martl betäuben sie so lange mit Alkohol und abergläubischem Schnickschnack, bis es letztendlich unheilbar wird. Selbst ein Rat einer Gesundbeterin(Theresa Hunziker), die eine Jungfrau als Lösung vorschlägt, wird ausprobiert. Alles ohne Erfolg. Als der Sanitätsrat die zuletzt verordneten Schnapskuren in eine akute Krankenhaus-Operation umwandelte und die beiden statt den Zug ins Klinikum den Alkoholgenuss und dem Flair der Bahnhofskneipe erlegen waren, wird die Sache aussichtslos. 

Der Bauer „Martl" stirbt nach einer viel zu späten Operation. Der „Schexbräu" überführt den Leichnam nach dem letzten Willen von „Martl" mit der Pferdekutsche vom Krankenhaus in Altötting ins Heimatdorf. Seine Frau Anna(Renate Schönberger) hat ihn wohlweislich Seppi(ältester Sohn von Martl, Jakob Haberkorn) als Aufpasser mit auf die Reise gegeben, doch auch er hatte den Wirtshaus-Abschieds-Eskapaden von Sebastian Fäustl(Schexbräu) nichts entgegenzusetzen. „Der „Martl" hätte das so gewollt, erweis deinem Vater gefälligst diese Ehre." lautete stets sein Tenor. Als sie sich zur letzten Tour aufmachen wollten, wurde der Sarg von einem Teufelsheer entführt.

Die Trauergemeinde wartete lange Zeit ungeduldig am offenen Grab auf den überführten Sarg. Er kam aber nie mehr. Der Kaplan von Deining(Andreas Kurz), der in seinen Predigten an den beiden „Saufköpfen", wenn sie sich mal in die Kirche verirrt hatten, kein gutes Wort ließ, hatte es zwar geahnt, aber am Ende hatte der Teufel wirklich den „Martl" in sein Reich geholt.

Standing Ovation und ohrenbetäubender Applaus der begeisterten Zuschauer war ein gerechter Lohn einer beeindruckenden Vorstellung, die am kommenden Wochenende vom Freitag bis Sonntag im Freilichttheater auf der Burg Neuhaus erneut aufgeführt und wieder musikalisch von einer Abordnung der „Neuhauser Boum", unter der Leitung von Robert Schricker, unterstützt wird. 

Restkarten sind noch bei Elektro Hecht und bei allen anderen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

2. Aufführung: Freitag der 28. Juni 20.00 Uhr

3. Aufführung: Samstag der 29. Juni 20.00 Uhr

4. Aufführung: Sonntag der 30. Juni 18.00 Uhr

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